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Berlin 14.9.05

Nachschulische Betreuung behinderter Kinder


Liebe Gesamtelternvertreter/innen,
liebe Eltern!

Als eine Gruppe von Eltern behinderter Kinder, bzw. Jugendlicher wenden wir uns an Sie mit einem Anliegen und einer Information:
Seit Beginn des Schuljahres gilt in Berlin ein neues Schulgesetz. Dieses verlangt es von den Schulen eine Hortbetreuung anzubieten, die sich neben der Nachmittagsbetreuung auch auf die Ferien erstreckt. Dies gilt für nichtbehinderte Kinder bis zum Ende der 4., für behinderte Kinder bis zum Ende der 6.Klasse. Eingeführt wurde diese Regelung, weil man davon ausgeht, dass Eltern sich auf die Betreuung ihrer noch nicht selbständigen Kinder verlassen können müssen, um berufstätig sein zu können. Da die Mehrheit unserer behinderter Kinder aus ihrer geistigen oder körperlichen Einschränkung heraus, nicht den Selbständigkeitsgrad eines nichtbehinderten Kindes erreicht, halten wir es für eine absolute Ungleichbehandlung, wenn man uns nicht das ermöglicht, was anderen Eltern zusteht: Zuverlässige Betreuung noch nicht selbständiger Kinder in den Schulferien (wer hat schon drei Monate Urlaub im Jahr!) und während der Schulzeit nachschulische Betreuung am Nachmittag (wer hat schon um 13.30 Uhr Arbeitsschluss?..).Und dies bedeutet im Falle behinderter Jugendlicher, dass Hortbetreuung auch nach der 6. Klasse bis zum Ende der Schulzeit erforderlich ist. Da die Kinder unserer Gruppe bis zum Inkrafttreten des Gesetzes in Zehlendorf bereits das (gesetzlich nicht verankerte) Privileg hatten,. dass sie auch als Jugendliche im Hort des Rehazentrums bis zum Ende ihrer Schulzeit betreut werden konnten, haben wir die Auswirkungen des neuen Gesetzes sofort zu spüren bekommen: Mit der Schließung dieser Einrichtung wurde Ende Juli jegliche Hortbetreuung für Kinder/Jugendliche jenseits der 6.Klasse beendet!
Daher haben wir im März 2005 mit einer Petition an den Berliner Petitionsausschuss versucht, auf unser Problem hinzuweisen. Inzwischen sind wir aber der Meinung, dass hier -weit über unsere individuelle Bedarfssituation hinaus - ein allgemeiner Mangel des Gesetzes vorliegt. Ein Betreuungsangebot für alle behinderten Kinder bis zum Ende ihrer Schulzeit in Form einer Nachmittags- und Ferienbetreuung in Horteinrichtungen ist erforderlich, damit auch wir Eltern berufstätig sein können und unsere Kinder über die Schule hinaus Gelegenheit zu sozialen Kontakten bekommen.
Dies haben wir in Form eines OFFENEN Briefes an Herrn Böger und an eine Vielzahl von Presseorganen und Verbänden weitergeleitet. Was uns fehlt, ist Unterstützung aus dem Kreis der betroffenen Eltern - auch um Politiker zu überzeugen, dass es viele Eltern gibt, die eine solche Betreuung für ihre Kinder benötigen. Vielleicht ist es Ihnen möglich, andere Eltern auf das Problem anzusprechen, so dass wir uns als große Interessengruppe Gehör verschaffen können.

Wir würden uns daher freuen, wenn Sie unsere Fragestellung an die Elternschaft ihrer Schule herantragen und betroffene Eltern bitten sich telefonisch unter folgender Nummer bei uns zu melden ( D. Heise Tel.: 85 60 58 28)

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Mit freundlichen Grüßen

Dagmar Heise


 

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